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Literaturgeschichte als Provokation

Vor einigen Jahren habe ich mir auf dem Flohmarkt folgendes Buch gekauft:

Hans Robert JAUSS: Literaturgeschichte als Provokation (Frankfurt 1970);

Ich konnte mit dem Buch damals irgendwie nichts anfangen, doch als ich gestern vor dem Schlafen noch ein Buch suchte, fiel es mir zufällig in die Hände. Jetzt ist mir der Inhalt doch wohl etwas näher als bei meinem ersten Urteil. Überhaupt kommt es mir vor, als würden sich die Essays und die darin vorkommenden Ideen zur Literaturwissenschaft, die mir normalerweise relativ verhasst ist, auf viele andere Gebiete umlegen lassen. Ein naheliegendes Beispiel bringt Jauss auch selbst, ich glaube es ist im letzten Essay, indem er den Einfluss der Geschichte auf die Literatur, dem Einfluss der Literatur auf die Geschichte als diesem ebenbürtig auszeichnet... Kein wirklich neuer Gedanke, aber man fasst solche Dinge ja meistens erst dann auf, wenn sie irgendwo gedruckt sind, oder von jemand anders erwähnt werden.

Das erste Essay behandelt die etymologische Entwicklung des Wortes "modern". Naja, irgendwie fährt Jauss da den Liebhabern der Antike übers Maul. Vielleicht hätte er sich den Aufsatz sparen sollen. Die Erkenntnisse sind doch eigentlich auch so jedem klar.
29.11.06 12:14
 


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